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Went Biographie



Vorgeschichte

Wentworth´s Eltern lernten sich während ihrer Studienzeit an der Universität von Yale kennen. Am 02. Juni 1972 erblickte das älteste Kind, Wentworth Earl Miller III das Licht der Welt. Geboren wurde er in Chipping Norton, Oxfordshire, England.

Seinen Namen verdankt Wentworth seiner Ur-Großmutter, die sich damals schon von Jane Austen´s Charakter Captain Wentworth inspirieren ließ. Im Grunde genommen ist "Wentworth" ein Familienname, der sich aus den beiden Wörtern "Went" (ein Fluß in Northumberland) und "Worth" (Platz) zusammen setzt.

Seine ersten Lebensjahre verbrachte Wentworth in Oxfordshire. Später zog die Familie Miller zurück nach New York, Prospect Park, wo sie ursprünglich her kamen, bevor Wentworth auf die Welt kam. Zwischenzeitlich wurden Wentworth´s Schwestern Gillian und Leigh geboren.

Wentworth studierte an der Midwood Highschool, doch bevor er die Highschool beenden konnte, zog die Familie nach Leetsdale, Pennsylvania, wo Wentworth seinen Abschluss an der Quaker Valley Senior High School absolvierte.

1990 bis 1995 studierte Wentworth englische Literatur auf der Princeton Universität.

Schon in dieser Zeit bekam er die ersten rassistische Vorurteile mit, wenn es darum ging, dass jemand von seinen Wurzeln erfuhr.

In Wentworth´s Familienstruktur spiegeln sich die unterschiedlichsten Nationen wieder: afroamerikanisch, jamaikanisch, englisch, deutsch, französisch, irisch, syrisch und libanesisch. Wentworth´s Vater ist schwarz, seine Mutter weiß.

Back story

Wentworth’s parents got to know each other at Yale University. Wentworth Earl Miller III, the eldest of three kids, was born at June 2nd 1972 in Chipping Norton, Oxfordshire, Great Britain.

He owes his first name his grandmother who was inspired by Jane Austens novel character Captain Wentworth. After all “Wentworth” is a last name that consists of the two words “Went” (a river in Northumberland) and “Worth” (place).

Wentworth spent his first years in Oxfordshire. Later the family moved back to New York, Prospect Park, their original home before Wentworth was born. During that time Wentworths sisters, Gillian and Leigh, were born.

Wentworth went to Midwood High School but before he was able to graduate his family moved to Leetsdale, Pennsylvania. Wentworth graduated at the Quaker Valley Senior High School.

From 1990 till 1995 he studied English literature at the Princeton University.

Even then he had to witness racial prejudices when people got to know about his background.

There are a lot of different races represented in his family tree: Afro-American, Jamaican, British, German, French, Irish, Syrian, Lebanese. Wentworths father is black, his mother white.



Steckbrief Went Biographie



Sternzeichen: Zwilling

Größe: 1,86 m

Augenfarbe: grün mit haselnussbraun

Haarfarbe: dunkelbraun/schwarz

Spitznamen: Went, Stinky (Spitzname aus seiner Stundentenzeit, steht für seinen Sarkasmus)

Raucher/Nichtraucher: mittlerweile Nichtraucher (hat 10 Jahre lang geraucht)

Alkohol ja/nein: ja

liiert ja/nein: nein

Couchpotato oder Szenegänger: Couchpotato

Allergiker ja/nein: ja gegen Katzen- und Hundehaare, einige Lebensmittel

Seine Abschlussarbeit in Princeton: “the idea of doubling and the gender identity construct in Jane Eyre and The Wide Sargasso Sea--which, I guess, is also about identifying yourself; perceiving yourself through the eyes of the dominant white male hierarchy” (zu deutsch: "die Verständnis von Doppeldeutigkeit und die geschlechteridentifizierende Konstruktion von 'Jane Eyre's - The Wide Sargasso Sea' - welche, so denke ich, auch um Selbstfindung geht; etwas wahrnehmen, mit den Augen der dominaten, weißen, männlichen Hierarchie")

Awards/Nominierungen: 2006 Golden Globe - Bester Hauptdarsteller einer Drama Fernsehserie 2006 Saturn Award - Bester Hauptdarsteller einer Drama Fernsehserie

Lieblingsserie: Law and Order

Lieblingsspiel: Scrabble

Lieblingsessen: Sheperard´s Pie und Pizza mit Pepperonie, extra Käse und grünem Pfeffer

Lieblingsgetränk: Peppermint Mocca Chip Frappuccino (Starbucks)

Lieblingseis: Chocolate-Chip-Mint-Ice-Cream

Weitere Besonderheiten:

Wentworth sang früher im Princeton Tigertones Männerchor mit

Wentworth besitzt die doppelte Staatsbürgerschaft (USA und England)

Er wuchs als Kind mit einer englischen Bulldogge auf. Er liebt Katzen und Hunde, auch wenn er Allergiker ist.

Wentworth hat keinen Bezug zum Meer, da er Angst vor Haien hat

_______________________________________


Star sign: Gemini

Height: 1,86 m

Eye Color: hazel-green

Hair Color: dark-brown/black

Nicknames: Went, Stinky (nickname from his time at Princeton, concerns his sarcastic attitude)

Smoker / Non smoker: smoked for ten years, doesn’t smoke anymore

Alcohol yes / no: yes

Relationship yes / no: no

Couch or club: couch

Allergy suffers: reacts allergic to cat and dog fur and certain foods

Final paper in Princeton: “The idea of doubling and the gender identity construct in Jane Eyre and The Wide Sargasso Sea--which, I guess, is also about identifying yourself; perceiving yourself through the eyes of the dominant white male hierarchy”

Awards / nominees: 2006 Golden Globe – best leading role male in a TV drama series, 2006 Saturn Award – best leading role male in a TV drama series

Favorit TV show: Law & Order

Favorit game: Scrabble

Favorit food: Shepherds Pie, pizza with pepperoni additional cheese and green pepper

Favorite drink: Peppermint Mocca Chip Frappuccino (Starbucks)

Favorite ice cream: Chocolate-Chip-Mint-Ice-Cream

Additional characteristics:

He was a member of the Princeton Tigertones (male choir) during his time at Princeton University

He’s got a dual citizenship

As a kid he grew up with a British Bulldog. He loves cats and dogs although he reacts allergic to cat and dog fur.

Wentworth doesn’t have a connection to the sea because he’s scared of sharks.



Ausführliches

Wentworths Vater, Wentworth Earl Miller II, und seine Mutter, Joy Palm Miller, haben beide in Yale studiert. Während Wentworth Senior Jura als Hauptfach gewählt hatte, war Joys Berufswunsch Sonderschullehrerin. Als Wentworth am 2. Juni 1972 in Chipping Norton, in der englischen Grafschaft Oxfordshire zur Welt kam, waren Joys Eltern zwar nicht gerade begeistert, aber sie unterstützten sie trotzdem.

Der Name Wentworth war ein Einfall seiner Ur-Großmutter. Sie hatte sich von Jane Austins Romanfigur Captain Wentworth schon bei der Namensgebung von Wents Vater inspirieren lassen. Da Wentworth im englischen Sprachgebrauch eher als Nachname auftritt, kann man also sagen, das Wentworth stolzer Besitzer zweier Nachnamen ist – einmal am Anfang seines Namens und einmal am Ende. Wenn man den Namen genauer auseinandernimmt, kommt man auf folgende Formel: der Wortbestandteil „Went“ verweist auf einen Fluss im englischen Northumberland, während sich „worth“ auf den Ort bezieht.

Wentworth Miller wuchs in den ersten Lebensjahren in Oxfordshire auf, da sein Vater an der dort ansässigen Eliteuniversität mit Hilfe eines Rhodes-Stipendiums weiter Jura studierten konnte. Nachdem das Studium beendet war, zog die junge Familie zurück nach New York – genauer gesagt, in die relativ grüne Prospect Park-Gegend in Brooklyn.

Zurück in New York arbeitete sich Wentworths Vater zum stellvertretenden Staatsanwalt hoch. Joy fand ihre Berufung in der Arbeit als Sonderschullehrerin. Wentworth sagte darüber vor Kurzem in einem Interview: ‚Ich wurde mit einer besonderen Arbeitseinstellung aufgezogen. Wenn du einen Job machst, dann mach ihn gut und nicht halbherzig. Ich erinnere mich, wie mein Vater nur ein Wort zu mir sagte, als ich zur Schule gehen wollte: Einzelprobe. Jeder Test, jedes Quiz, jede Unterhaltung mit einem Lehrer, alles wird bis zur letzten Klasse hochgerechnet, was Einfluss darauf hat, auf welches College du gehen wirst und auf den Rest deines Lebens. All diese Kleinigkeiten summieren sich zu etwas Großem.’

Diese Weisheiten hatten Wentworth beeinflusst und derjenige, der ihn unwissentlich auf seinen Traum, Schauspieler zu werden, gebracht hatte, war sein Vater. „Ich hatte meine erste Schauspielerfahrung im Kindergarten. Wir führten ein Dinosaurierstück vor ... und ich war der T-Rex. Wir sollten die Kostüme selbst zusammenstellen und die meisten Kinder kamen mit einer Art Papiertüte über dem Kopf, aber mein Vater stellte diesen riesigen Kopf des T-Rex aus Pappmache her. Am Tag der Aufführung ging ich mit diesem Ding auf dem Kopf auf die Bühne und die Zuschauer fanden es großartig.“

Schon als Schüler spielte Wentworth deshalb in Schultheaterstücken mit – sofern es seine Eltern erlaubten. Wentworth ging auf die Midwood Highschool in Flatbush, Brooklyn und an dieser Schule wurde ihm auch zum ersten Mal das Herz gebrochen. Seine damalige Freundin erfuhr nämlich nur durch eine Schulaufgabe, in der die Familienverhältnisse der einzelnen Schüler ergründet werden sollten, dass Wentworth afrikanisch-amerikanisch-jamaikanisch-englisch-deutsch-französisch-niederländisch-syrisch-libanesischer Abstammung ist. Nachdem sie das gehört hatte, sagte sie angeblich zu Wentworth: „Geh zurück auf deine Plantage, Nigger“. Das war allerdings nicht das erste und auch nicht das letzte Mal, dass Wentworth aufgrund seiner ethnischen Abstammung schlecht behandelt wurde.

Während er zur Highschool ging, lebte Wentworth in Prospect Park, einer kleinen Gegend in Brooklyn New York. Diese zeichnet sich durch die gleichnamigen Parkanlage aus, die relativ zentral liegt. Wentworth bezeichnete den Park einmal als sein Universum. In dieser Zeit wurde Joy Miller noch zweimal schwanger - Wentworths Schwestern Gillian und Leigh wurden geboren. An Brooklyn hat er folgende Erinnerung: „Es gab dort viele unterschiedliche Leute. Man stieß sich die Ellbogen mit jeder erdenklichen Rasse, Überzeugung und Religion in der Untergrundbahn.“ Bevor Wentworth seinen letztes Jahr in der Schule antrat, zog die Familie dann nach Sewickley. „Meine Eltern wollten schon seit einiger Zeit die Stadt verlassen. Ich habe zwei kleine Schwestern und sie machten sich Sorgen, ihre Kinder in dieser städtischen Umgebung aufzuziehen. In New York City herrscht eine gewisse Gangart, die einen ermüden kann und wir lebten bereits 13 Jahre dort. Sie hatten tolle Sachen über Pittsburgh gehört und fragten mich, ob es mich stören würde, wenn ich die Highschool verlassen müsste, aber das tat es nicht. Ich wollte auch die Erfahrung machen, wie es auf einer nicht städtischen Highschool ist.“ Und diese Erfahrung war bezeichnend, denn die Unterschiede zwischen der Midwood Highschool mit den multikulturellen Schülern und der Quaker Valley Senior Highschool in Leedsdale, einer Stadt nahe Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania, waren groß. „Auf meine Schule in Brooklyn gingen 3000 Kinder. Das war natürlich schon allein wegen der bloßen Anzahl und auch wegen der Verschiedenheit beeindruckend. Quaker Valley hatte hingegen maximal 400 Schüler. Mein Rang in der Klasse schoß nach oben, was ich großartig fand. Sewickley operierte als Gemeinde und dadurch konnte ich sehr kraftvolle, hilfsbereite Erfahrungen machen.” Nach dem Umzug entwickelte Wentworths Vater das LEEWS – ein System mit dem juristische Aufsätze geschrieben werden können (www.leews.com) - welches von vielen Jurastudenten genutzt wird.

Nachdem Wentworth seinen Abschluss an der Quaker Valley Senior Highschool in der Tasche hatte, ging er an die Princeton Universität, da: “ich in einer sehr umsorgten, aber konservativen Umgebung aufwuchs und es eigentlich immer von mir erwartet wurde, dass ich aufs College gehen würde und einen erfolgreichen Weg einschlage.“

Allerdings hatte Wentworth aufgrund seiner Erfahrungen in der Highschool Bedenken. Würden ihn seine Kommilitonen akzeptieren? Würde er seinen ethnischen Hintergrund offenlegen sollen? Würde er sich immer wieder auf’s neue erklären müssen? Um ihm aus seiner Misere zu helfen, hatten seine Eltern eine Idee: Wentworth solle Familienfotos in seinem Zimmer aufhängen, dann wüssten seine Kommilitonen schon beim Betreten des Raumes Bescheid und er müsste nicht immer wieder von vorn anfangen, seine Familiengeschichte zu erläutern.

Durch seine Erfahrungen mit Rassismus und der ablehnenden Haltung gegenüber seiner ethnischen Herkunft, veränderte sich Wentworths Einstellung. Diese brachte ihm einen schlechten Ruf und damit den Spitznahmen „Stinky“ ein, der ihn von der Midwood Highschool bis hin nach Princeton verfolgte. „Ich hatte damals eine schlechte Einstellung, aber das hat sich geändert“, erzählte Wentworth einmal. 1994, während seines Juniorjahres, brachte ihm diese schlechte Einstellung richtig Ärger ein – was übrigens auch bei der Bewerbung des Films „Der Menschliche Makel“ noch einmal hervorgeholt wurde. Ein Artikel dazu aus dem New Yorker: ’Er ´(Wentworth) veröffentlichte im “Daily Princetonian” einen Cartoon, in dem Cornel West vorkam, ein Professor der Afrikanisch-Amerikanischen Studien, welcher gerade von Harvard angeheuert worden war. Der Cartoon stellte Muffy, eine hellhäutige Harvard Studentin dar, die sich an ihren ersten Kurs bei West erinnert, welcher sagte: “Die heutige Lektüre trägt den Titel: Rhythmus-warum ihn niemand von euch hat und wie ihr ihn bekommen könnt.” Er beschrieb West auch als “newly-purchased”, was in akademischer Sprache bedeutet, dass jemand eine neue Anstellung hat.“

Ein Fehler! Denn die Wortwahl „newly purchased“ wurde als Hinweis auf Sklaverei angesehen, was prompt dafür sorgte, dass zig Leserbriefe von wütenden Kommilitonen und Uni-Mitarbeitern bei der Zeitung eintrudelten. Einer davon kam von der Autorin und Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison. Danach wurden an der Universität Tagungen einberufen, die von Gegenbeschuldigungen und Auseinandersetzungen geprägt waren. Und da Wentworth Miller von allen als Weißer angesehen wurde, sahen viele in ihm den Campus-Fanatiker. Wentworth, der mit der Offenlegung seiner Abstammung durchaus glimpflich aus der Sache hätte herauskommen können, entschloss sich dazu, nur ein paar Worte über rassistische Stereotypen zu äußern. Er sagte einmal über diese Zeit: “Statt darauf zuzugehen und zu erklären, was ich mit dem Cartoon aussagen wollte und meinen eigenen Hintergrund als Beweis einzubringen, dass ich wirklich niemanden schädigen wollte, entschloß ich mich, mich zurück zu halten. Meine Einstellung war, dass wenn sie es nicht verstehen, ich es ihnen auch nicht erklären muss, was meine Art war, zu sagen, dass wenn sie mich nicht verstehen, muss ich mich auch nicht erklären. Die Leute, die mich auf dem Campus kannten, wussten von meinem Hintergrund und woher ich stamme, aber ich schätze für die meisten Leute war ich bloß ein Name in der Zeitung und sie nahmen an, dass ich ein Weißer war.“

Während dieser Zeit zog sich Wentworth lieber zurück und vertiefte sich ins Studium – aber: er tourte auch mit den Princeton Tigertones, der A Capella Band Princetons. Er ist in dieser Zeit: „während des Jahres durch die Lande getourt und im Sommer sind wir nach Europa gegangen. Wir haben für Kleingeld auf jedem Platz gespielt, den wir finden konnten, um Geld für das Mittagessen zusammen zu kriegen. Das war die beste Art, die Welt kennenzulernen.“

Seine Abschlussarbeit an der Universität schrieb Wentworth in seinem letzten Jahr über das „Verständnis von Doppeldeutigkeit und die geschlechteridentifizierende Konstruktion von 'Jane Eyre's - The Wide Sargasso Sea' - welche, so denke ich, auch um Selbstfindung geht; etwas wahrnehmen, mit den Augen der dominaten, weißen, männlichen Hierarchie“. Dieses Thema sollte ihn übrigens auch bei seiner Arbeit als Schauspieler beeinflussen, der das Castingsystem Hollywoods durchschreiten musste.

1995 hatte er dann seinen Abschluss in Englischer Literatur in der Tasche und stand nun vor der schwierigen Entscheidung, was er ab sofort tun sollte: „Princeton war eine sehr konservative Umgebung – ein Drittel meiner Kommilitonen machte eine Medizinerausbildung, ein weiteres Drittel eine juristische Ausbildung, sie gingen zur Wallstreet oder so. Die Schauspielerei schien ein sehr risikoreiches Unterfangen zu sein.“ Aber egal, was von ihm erwartet wurde – Wentworth ging von New York nach Los Angeles, um in der Unterhaltungsbranche Fuß zu fassen. Sein Ziel war es in die Unterhaltungsentwicklung zu gehen, denn durch das Arbeiten hinter den Kulissen wäre eine regelmäßige Bezahlung garantiert sein. Die Bedenken, dass man als Schauspieler, finanziell gesehen, ein großes Risiko eingehen würde, hatten seine Jobwahl beeinflusst.

Ein neuer Anfang

Los Angeles brachte für Wentworth eine Art Kulturschock – zum Einen, weil er sich in der Stadt nicht wirklich wohlgefühlt hatte und zum Anderen, weil er immer noch seinen Platz im Leben finden musste.

„Ich habe das erste Jahr mit faxen und abheften verbracht, habe Glühbirnen ausgetauscht und den Fischteich meiner Chefin wieder aufgefüllt – eben die typischen Einsteigerdinge, die man in Hollywood machen muss. Ich war quasi derjenige, den man am Wochenende anruft, wenn im Gebäude der Feueralarm losgeht. Aber ich war auch jedes Wochenende im Büro, weil ich zu Haus keine Klimaanlage hatte und es heiß war. Ich hing dann im Konferenzraum rum, baute mir ein kleines Lager (lacht) und habe die Firmenküche geplündert. Ich habe mir all das Material, das wir auf Video von den verschiedenen Produktionen da hatten, angeguckt und da begannen auch die Säfte zu fließen und ich bemerkte, dass ich immer noch diese ‚Was wäre wenn’-Frage zu beantworten hatte. Und da beschloss ich, zu kündigen. Das war Angst einflößend. Ich ging in das Büro meiner Chefin und sagte zu ihr: ‚Wissen Sie, ich werde es tun, ich werde Schauspieler!’ und sie sagte: ‚Ich bin gerade als Direktorin für Filme von einer Sendeanstalt angestellt worden und wollte, dass Sie als mein Assistent mitkommen’. Das wären im Jahr 40.000 Dollar gewesen – das war eine große Sache, was mich betraf. Ich hab hin und her überlegt – was sollte ich tun, was besser lassen? Und plötzlich fiel mir auf: wenn ich ginge, dieses Firmenangebot annähme und darin erfolgreich wäre, würde ich mich immer fragen, was aus der Schauspielerei geworden wäre. Wenn ich allerdings in die Schauspielerei ginge und dort erfolgreich wäre, würde ich mich nie wieder fragen, wie es mit der Firmensache gelaufen wäre. Also musste ich meiner Chefin sagen, dass ich nicht mit ihr kommen würde. Und sie sagte: ‚Ich denke, Sie machen einen Fehler und werden es Ihr Leben lang bereuen’. Aber ich kündigte und fing mit Zeitarbeit an, um mich über Wasser zu halten.“

Wentworth jobbte dann bei Borders Bookstore. „Es gab nur ein durchschnittliches Minimalgehalt, ich musste eine Krawatte tragen und trug ein Namensschild hinter dem Ladentisch. Ich schätze die Erfahrung, die ich hinter dem Tisch gemacht habe, denn um es in dem Geschäft zu schaffen, braucht man die Seele eines Künstlers aber den Herzschlag eines Bürokraten. Wenn man kellnert, auf seinen Durchbruch wartet und nicht Willens ist, jeden Abend nach einer langen Schicht im Restaurant nach Hause zu kommen, seine Portraitfotos und Lebensläufe in einen Umschlag zu stecken und an Agenten und Manager zu schicken, dann wird man es auch nicht schaffen. Dann wird nichts passieren.“

Wenn Wentworth dann finanziell auf dem Trockenen saß, guckte er jeden Monat seine CD-Sammlung durch „um zu schauen, was nicht so schlimm wäre, wenn ich es versetzen würde, um meine Miete zu bezahlen. Und mir wurde klar, dass ich die Schauspielerei brauchte, wie die Luft zum Atmen. Ich kam davon nicht weg.“

Zwei oder drei Jahre lang nahm Wentworth dann Schauspielunterricht in Los Angeles und hat dabei einiges gelernt – über sich und andere: „Einige Schauspieler werden dir sagen, dass sie sich in ihren Rollen verlieren. Für mich ist es eher so, dass man sich beim Spielen wiederfindet und diese Teile von einem selbst erforschen kann, denen man es sich eher nicht erlaubt, sie zum Ausdruck zu bringen oder denen es die Umwelt es nicht erlaubt. Ich denke Schauspielklassen sind im Großen und Ganzen nur Orte, zu denen mittelständische Kids hingehen, um bürgerliche Erziehung hinter sich zu lassen, ein Leben lang erzählt zu bekommen, was angebracht ist und was nicht. Natürlich reizt mich das, weil jeder sich mal unangemessen verhalten will – und warum nicht noch dafür bezahlt werden?“

1998 konnte er sich dann als Gage Petronzi in Buffy – Im Bann der Dämonen einen Job an Land ziehen. In der Serie spielte er ein Mitglied des Highschool-Schwimmteams der Sunnydale High, das sich in der Folge „Go Fish“ (2.20 - „Das Geheimnis der Fischmonster“) in ein Seemonster verwandelt. (Link "Buffy - Im Bann der Dämonen") Ein Jahr später, im November 1999 steht er für Time of your Life vor der Kamera. Bei dieser Serie spielt Wentworth in der Folge „Time the Truth was told“ einen Jungen namens Nelson. (Link "Time of your Life") Und dann? Nichts.

Und wegen dieser finanziellen Unsicherheit beschloss Wentworth, wieder seinen alten Job anzunehmen. „Zum Glück hatte sie den Anstand, nicht zu sagen 'Ich hab's dir ja gesagt'. Ich meine, ich habe für viele Leute in der Unterhaltungsbranche gearbeitet. Ich habe drei Monate damit zugebracht, in einer großen Agentur Verträge für andere Schauspieler auszuarbeiten. Das war hart, aber ich bin froh darüber, diesen Blickwinkel gehabt zu haben. Da gab es einige Leute, die erwartet haben, dass du einspringst und genau das tust, was ihr Assistent getan hat, aber im Großen und Ganzen wollten die meisten Leute einfach nur, dass du einfach nur da sitzt und den Sessel anwärmst. Und so hab ich dort viel gelesen und bin quasi mit der Tapete optisch verschmolzen. Das war meine Hauptqualität als Aushilfe, die auch geschätzt wurde. Sie wollen niemanden, der eine Welle oder Überschläge macht. Ich denke manchmal, ich hätte online einen Abschluss in Jura machen soll. Ich hab die ganze Zeit verschwendet (lacht).“

Unter anderem hat Wentworth für Hill / Fields Entertainment und andere Firmen gearbeitet – ihm können Serien wie Gone in the Night (1996), Shaunessy (1996) und Vows of Deception (1996) angerechnet werden. Unter anderem hat er an diesen Projekten mit Bernadette Caulfield, Joel Fields, Ardythe Goergens, Leonard Hill und Susan Rosner zusammengearbeitet.

Der Unterschied zwischen dem ersten Mal, als er diesen Job gemacht hatte und dem zweiten Mal war, dass er diesmal auch noch nach Arbeit als Schauspieler suchte. Er ging weiterhin zum Vorsprechen und konnte sich dann im Jahr 2000 eine Rolle in der Serie Popular sichern. In den beiden Folgen „All about Adam“ und „Ch Ch Changes“ spielt er den geheimnisvollen neuen Schüler Adam Rothchild Ryan, der unbedingt der erste männliche Cheerleader an der Schule werden will – koste es, was es wolle. (Link "Popular")

Zwei Monate später taucht er noch mal als Nelson in der Serie Time of your Life auf (Link "Time of your Life") und weitere vier Monate später liegt er in Emergency Room als Highschool Football Spieler Mike Palmieri auf der Bahre. Dieser wurde bei einem Spiel so hart getackelt, dass er mit Herzblutungen in die Notaufnahme eingeliefert werden muss (Link "Emergency Room"). Außerdem ist er auch in einer TV-Fassung von Romeo und Julia zu sehen, bei der der Brite Colin Cox auf dem Regiestuhl saß (Link "Romeo und Julia") . Dort spielt er die Rolle des Paris, der Julia heiraten sollte. Mit Regisseur Cox sollte er später noch bei verschiedenen Theaterproduktionen zusammenarbeiten.

Neben diesen Arbeiten war er auch beim Asian America Theatre in New York als Pressesprecher tätig, was sich später als sehr hilfreich erwies, wenn es um die Promotion seiner Film- und TV-Projekte ging.

Nachdem er im Jahr 2000 jede Menge zu tun hatte, folgte ein Jahr später die Flaute. Die einzige Rolle, die er in diesem Jahr hatte, war in dem Kurzfilm Room 302, bei dem Erma Elzy-Jones Regie führte. Er wurde als Kellner für zwei Frauen gecastet, die ihre Zeit in einem Hotel verbringen und mit ihren größten Ängsten und der Verbitterung nach dem OJ Simpson-Urteil konfrontiert werden. (Link "Room 302") Aber so richtig schien er seinen Platz in Hollywood noch nicht gefunden zu haben.

„Jeden Tag musste ich mich für andere Leute definieren, damit nicht sie mich definieren... Dann kommt man nach Hollywood und in dem Prozess des Vorsprechens geht es dann nur um das ‚Nun, wie sehen Sie mich, wo passe ich rein?’, was eine Art Gegenpunkt zu dem ist, woher ich bisher kam.“

Seine Eltern machten sich in dieser Zeit natürlich Sorgen. „Wenn es die Zeiten gab, in denen ich arbeitslos war, bekam ich immer E-Mails von meinem Vater – wie zum Beispiel: ‚Ich habe gehört, dass es bei der LAPD ein Reservistenprogramm gibt. Vielleicht könntest du da ja mal einen Blick reinwerfen“. Fehlanzeige – Wentworth’s Wunsch, als Schauspieler erfolgreich zu werden, war zu groß. Er hielt sich seine Eltern vom Leib, indem er ihnen sagte: „Ich habe in Princeton gelernt, Texte aufzuschlüsseln. Das wird mir dabei helfen, auch Drehbücher aufzuschlüsseln. Das war der Spruch, den ich brachte, wenn meine Eltern anfingen sich zu fragen, wo das ganze gute Geld geblieben war.“

Die meiste Zeit dieses Jahres verbrachte er damit, bei ABC Network in der Entwicklung zu arbeiten, bis endlich der Durchbruch kam. Die ABC Network Miniserie Dinotopia. Es war wie ein Kreislauf, da er ja auch für diese Firma hinter den Kulissen arbeitete.

„Sie haben zirka zwei Monate lang nach zwei Brüdern gesucht. Ich bin reingegangen und las die Rolle des Karl vor und sie sagten: ‚Wir lieben dich, wir werden dich am Nachmittag anrufen!’. Also ging ich am Nachmittag zurück und es war so ein durchgemischtes Szenario – sie hatten vier Davids da und auch vier Karls. Sie haben alle miteinander gemischt, um zu sehen, bei wem die Chemie stimmte. Ich hab dann fast den ganzen Nachmittag lang den Karl gelesen, bis der Regisseur Marco Brambilla sagte: ‚Versuch dich doch mal kurz als David’. Also ging ich raus auf den Flur und hatte die sprichwörtlichen fünf Minuten für die Vorbereitung, ging zurück und haben den Teil dann mit Tyron Leitso zusammen gelesen. Und zwei Tage später hatten wir beide die Rollen. Ich bin froh, dass es so funktioniert hat, weil es beide tolle Rollen sind. Aber Davids Rolle reizte mich sehr, weil er auf dem Rücken eines Dinosauriers fliegen kann.“ (Link "Dinotopia")

Die Vorstellung, dass Guerney mit Dinotopia nicht nur eine einfache Fantasiewelt, sondern eine mit einer konkreten Moral geschaffen hatte, zog Wentworth an. „Es ist eine Welt, in der Toleranz gegenüber anderen gepredigt wird, wo die Menschen dazu angehalten werden, mit ihrer Welt eins zu sein – so lang und so gut es geht. Das ist eine wichtige Botschaft, die nicht nur Kinder anspricht, sondern auch Erwachsene, was daran zu erkennen ist, dass es eben auch viele erwachsene Fans gibt, die die Welt von Dinotopia und auch deren Moralvorstellung sehr ernst nehmen. Das, und die Tatsache, dass es eine Hallmark-Produktion war, hat mich sehr fasziniert. Sie stehen für Qualität – sie sind dafür bekannt, hochwertige Familienunterhaltung zu produzieren.“

Während es mit seiner Karriere langsam bergauf ging und die Themen Familie und Gemeinschaft für ihn im Job Bestand hatten, lief es privat nicht so gut. Seine Eltern waren in dieser Zeit dabei, sich scheiden zu lassen. Die stabile, sich kümmernde Familie aus seiner Jugend, war nicht mehr die, die er kannte.

Trotzdem war die Zeit, die er mit dem Drehen von Dinotopia verbrachte, sehr aufregend für Wentworth. Es war seine erste Hauptrolle, die ihm auch körperlich viel abverlangte, da er seine Stunts selbst machte – er kletterte, schwamm, drehte die Kampfszenen selbst und ritt auf Dinosauriern – wenn es auch nur die Simulatoren waren. Da er aber vorher schon Rollen als Footballspieler und Schwimmer hatte, war er bestens auf die körperlich herausfordernde Rolle vorbereitet. Im wahren Leben allerdings, bezeichnet sich Wentworth allerdings eher als „Couchpotatoe“ – also ganz im Gegensatz zu seinen Rollen, die sich von verletzlich und passiv in stark, angstfrei und körperlich fit verwandeln. Neben der Arbeit an Dinotopia, nahm er auch an einer Hintergrund-Dokumentation über den Film teil und gab Interviews – was ihn natürlich auch gut auf die zukünftige Promotionarbeit vorbereitete.

Dinotopia wurde zu einer der teuersten TV-Produktionen und kam gut an. Das CGI Team konnte für ihre Anstrengungen Emmys einsacken und aufgrund dieses Erfolges entschloss sich ABC auch, die Miniserie auszuarbeiten und eine volle Show daraus zu machen – allerdings mit anderen Schauspielern. Diese Serie machte sich dann allerdings nicht so gut und wurde auch prompt wieder aus dem Programm genommen. Allerdings – der wirklich große Durchbruch kam damit auch nicht.

Also hieß es für Wentworth wieder zum Vorsprechen gehen. Nach einer Weile konnte er dann auch Erfolge verbuchen. Zum Einen sicherte er sich die Rolle als Adam Lockwood in dem Kinofilm Underworld. (Link "Underworld") In dem Streifen geht es um den Assistenzarzt Michael Corvin, der zu einem Mischwesen aus Werwolf, Vampir und Mensch wird und mit der Vampirin Selene zusammen gegen das Böse kämpft. Von seinem Freund Adam Lockwood, der ebenfalls als Arzt arbeitet, wird er im Laufe dessen hintergangen. Ursprünglich wollte Wentworth den Part von Michael Corvin übernehmen, aber den hatte er an Scott Speedman verloren. Weil ihn der Regisseur aber mochte, castete dieser Wentworth für die Rolle des Adam.

Den zweiten Treffer konnte Wentworth als junger Coleman Silk in dem Film Der Menschliche Makel landen. (Link "Der Menschliche Makel") Ob dieser ihm nun endlich zum langersehnten Durchbruch verhelfen könnte?

Erinnerungen werden wieder wach

„Dieses Drehbuch ist perfekt für dich." - so in etwa lauteten die Worte von Wentworths Agenten, als ihm dieser das Drehbuch zu „Der Menschliche Makel“ gab. Wentworth war verunsichert - was wäre, wenn er zum Vorsprechen geht und die Rolle nicht bekommt? Was würde man von ihm halten? Außerdem machte er sich Gedanken darum, ob „ich danach nur noch auf diese Art von Rollen festgelegt werde. Ich möchte weiterhin für Rollen aller Nationalitäten in Betracht gezogen werden.“ Doc her überkam seine anfänglichen Bedenken und ging zum Vorsprechen.

Er traf sich zunächst mit der Besetzungschefin Deb Aquila, der er erzählte, dass das Drehbuch "eine starke Geschichte ist, die nur sehr selten erzählt würde.“ Wentworth sprach mit ihr darüber, wie sehr ihm das Drehbuch gefiel, besonders weil es ihn als Minderheit widerspiegelte und dass er einiges darüber wusste, was seine Figur und die Subhandlungen betraf. Deb Aquila war überrascht. Sie erinnert sich an das Treffen daran und das es ihr unangenehm war, nach seinem Hintergrund zu fragen. Noch ehe sie sich eine Lösung überlegen konnte, wie sie am Besten danach fragen konnte, lächelte er einfach und sagte "mein Vater ist schwarz und meine Mutter weiß und deshalb verstehe ich so gut, was in dieser Geschichte vor sich geht – aufgrund meiner eigenen Erinnerungen und Erfahrungen.“ Er erzählte ihr von Princeton und dem Cartoon und dass er sich deshalb gut in die Figur hineinversetzen kann, der von seinen Freunden und Kollegen „verbannt“ zum Einzelgänger mutiert – nur aufgrund politischer Korrektheit.

“Wir führten ein tolles Gespräch, fast zu gut, denn als daran ging, Szenen zu lesen, hatte ich den Eindruck, dass die Erwartungen bereits so hoch waren und ich etwas zeigen musste - mehr als man vielleicht von mir beim ersten Mal erwartet hätte. Glücklicherweise war es einer dieser Momente, in dem mein Bestes zum Vorschein kam: Ich war den Tränen nahe, sie war den Tränen nahe… wir sind alle schweren Szenen im Film durchgegangen und einen Monat später wurde ich für Aufnahmetests mit Robert Benton einbestellt.

Robert Benton erinnert sich und sagt, Wentworth besitze die seltene Gabe, Stille zu überwinden und dass er ihn als Beispiel in einem Workshop für Schauspieler anbringen würde. In all den Jahren als Regisseur sind ihm nur 2 wirklich besondere Momente während Vorsprechen in Erinnerung geblieben. Nummer 1 war mit Schauspieler Justin Henry, der im Film „Kramer gegen Kramer“ den jungen Billy verkörpert und Nummer 2 war Wentworth. Beide waren sie wie geschaffen für diese Rollen. Perfekt sozusagen.

“Es mag komisch klingen, aber man wollte Beweise haben, dass ich wirklich war, was ich angab zu sein… Schauspieler sagen so ziemlich alles, wenn sie eine Rolle unbedingt haben wollen. Also musste ich mir das Familienalbum schnappen und Kopien von Fotos machen. Ich stand am Kopierer, sehe in all diese Gesichter und denke daran, was meine Familie alles durchgemacht hat. Grund gütiger, denke ich - war das alles, damit ich diese Rolle bekomme? Aber die Antwort lautete Nein, aber komischerweise auch Ja. Es fühlte sich einfach richtig an – die Zeit, die Rolle, der Ort." Wentworth kam wieder und man sagte ihm "Du bist unser Mann." Ich habe sofort alle im Raum umarmt. Ich verließ das Büro und befand mich auf dem Paramount-Gelände - ein Ort an dem ich mich 5 Jahre lang mit Zeitarbeit verdingt hatte. In dem Moment dachte ich, dies ist so ein seltener Moment und ich war vollkommen erfüllt von Dankbarkeit. Und ich rief meine Mutter an.”

“Ich fühle mich unglaublich geehrt, dass ich eine Geschichte erzählen durfte, die meine Familie unbedingt sehen möchte – nicht nur, weil ich in diesem Film mitwirke, sondern weil darin Themen aufgegriffen werden, die in unser aller Leben von Bedeutung sind."

Durch die Vorsprechen und die Vorbereitungen für die Rolle kam er nicht umhin, über seine eigene Vergangenheit nachzudenken und darüber wer er ist. Seine Identität. ‚Der Menschliche Makel' „ist ein Film, der mich zum Nachdenken angeregt hat – darüber wie ich andere und mich selbst wahrnehme und was die Basis meines Lebens und meiner Vorstellungen ist.“

Für Wentworth war die Figur des Coleman Silk deshalb so spannend, weil er in seinen Augen “äußerst clever und sehr ehrgeizig war, er aber nur durch sein Umfeld als Schwarzer im Amerika der 40er definiert wurde. Es ist ein Gefängnis und er möchte daraus ausbrechen, was sehr riskant ist, arrogant und außerdem ein unheimliche zerstörerische Sache... denn er landet in einem anderen Gefängnis, dessen Wände er selbst erbaut hat. In dem er sich als Weißer ausgibt, schafft er sich ein Leben, in dem es keinen Raum für völlige Intimität gibt, da er seiner Frau nie komplett ehrlich gegenüber sein kann. Zudem besteht dieses Leben aus Angst, denn immer wenn er einen Raum betritt, ist da die Gefahr, dass ihn jemand als die Person erkennt, die er nun mal ist."

Während Wentworth sich auf seine Rolle vorbereitet, war es ihm wichtig „als Schauspieler nicht jemand zu sein, der seine Figur verurteilt oder ihr vergibt. Dadurch würde die Komplexität eingeschränkt. Coleman fühlt sich durch Definitionen eingesperrt, die ihm die Luft zum Atmen nehmen und er möchte davon frei sein. Jeder kann sich mit diesem Gefühl identifizieren. Dadurch gelangt der Film über die Barriere der Rasse."

In Vorbereitung auf seine Rolle des jungen Coleman Silk musste Wentworth einen Boxring betreten, der sich dazu entschließt, nicht länger als hellhäutiger Schwarzer Leben zu wollen und sich stattdessen als Jude ausgibt. Boxen war ein Hobby des jungen Coleman. “Der Trainingsplan war sehr strict. Ich arbeitet mit dem Trainer, der auch Denzel Washington für seine Rolle in „Hurricane“ vorbereitet hatte. 3 Monate, 5 Tage die Woche... 4 bis 5 Stunden am Tag. Danach folgte 1 Monat für Choreographietraining. Also alles in allem 4 Monate der Vorbereitungen plus 12 Stunden Dreharbeiten und das alles für 30 Sekunden im Film."

Aber natürlich waren all die Erfahrungen und die ganzen Trainingstunden eine tolle Vorbereitung für diese Rolle. Doch nichts konnte ihn darauf vorbereiten, in die Fußstapfen des großen Anthony Hopkins zu treten, der Coleman Silk in älteren Jahren verkörperte. „Es waren sehr, sehr große Fußstapfen. Natürlich war es eine Ehre, aber ich hatte auch Panik im Bezug darauf, wie ich es angehen sollte. Der Mann ist eine lebende Legende und ich war schon immer ein großer Fan seiner Arbeiten. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass es meine Aufgabe war, mein Schauspiel an das von Sir Tony anzupassen und nicht umgekehrt. Deshalb habe ich mir alle Filme, in denen er spielt ausgeliehen, das mir in die Finger kam, nur damit ich mir kleine Aspekte, Nuancen seines Spiels aneignen und mit meinem verschmelzen lassen konnte."

Nachdem die Dreharbeiten zu „Der Menschliche Makel” abgeschlossen waren, kamen die Erinnerungen an den Cornel West Cartoon in Princeton wieder in Wentworth auf. Er schrieb Cornel West einen Brief, in dem er sich für das Geschehene entschuldigte und ihm von seiner Rolle in „Der Menschliche Makel" berichtete. Er bekam jedoch keine Antwort. Was die Arbeit anging, so hatten die Produzenten entschieden, dass Wentworth zum Gesicht der Promo-Tour für den Film werden sollte. Dazu gehörte auch, dass er zusammen mit seinen Kollegen in verschiedenen US-Bundesstädten wie Chicago, Denver, New York und außerdem in europäischen Städten wie London und Venedig auf den Premieren auftreten würde Zufälligerweise erschien Cornel West zur Premiere in New York, da ihn eine Freundschaft zu Anna Deveare Smith verbindet, die im Film die Rolle der Mutter von Coleman mimt. “Das erste was er tat war mich sehr herzlich zu umarmen. Es bedeutete mir sehr viel."

Die Erfahrung, sich selbst auf der großen Leinwand zu sehen, bescherte Wentworth gemischte Gefühle und sorgte außerdem für eine Welle persönlicher, sehr schmerzhafter Erinnerungen. “Als ich den Film zum ersten Mal beim Filmfest von Venedig sah, fühlte ich mich ziemlich peinlich berührt - nicht in negativer Weise, aber in der Art, dass man etwas sehr persönliches von sich preisgibt - etwas das gerade eben zwischen mir und Jacinda Barrett vorgefallen war oder etwas aus meinem eigenen Leben, dass nach wie vor sehr schmerzvoll ist. Und dann kommen auf einmal all diese Leute auf einen zu, um darüber mit dir zu sprechen, über dieses Thema und ich habe nie mit ihnen darüber geredet, denn, für mich sind diese Dinge nach wie vor etwas sehr persönliches, äußerst private Sache, mit denen ich zu kämpfen haben und denen ich jeden Tag wieder aufs Neue begegne. Ich hab keine Ahnung, wer diese Leute sind, aber sie kennen mich in gewisser Weise und ich habe keine Ahnung an welchen Regeln der Etikette sie sich orientieren und das ist sehr beängstigend.

Doch trotz all dieser Gedanken und Gefühle, die er mit sich herumtrug, musste er den Film weiterhin promoten. Es standen einige Photoshootings an, Einzelinterviews sowie Pressekonferenzen mit seinen Kollegen aus dem Film. Kritiker waren zugleich verwirrt aber auch neugierig, warum man einen jungen weißen Mann für die Rolle gecastet hatte, die laut Beschreibung ein hellhäutiger schwarzer Mann ist. Wieder und wieder musste Wentworth seine Abstammung erläutern um nicht fälschlicherweise als Mann kaukasischer Abstammung zu gelten. Ironischerweise verwies Wentworth jedes Mal wieder auf Toni Morrison, der in Prinecton in die Kampagne gegen Wentworth involviert war. “Toni Morrisons Novelle 'Beloved’ enthält einen tollen Satz: 'Definitionen gehören den Definierenden, nicht den Definierten.’ .. Ich muss mich ständig anderen Leuten gegenüber definieren, nur damit sie mich nicht definieren.”

Außerdem wurde er nach seinen Ansichten zu Rassismus in Amerika und rassischen Definitionen gefragt. "Schwarz gegen Afro-Amerkanische… ich hab ein Problem mit dieser Art von Trennung. Ich möchte nicht als Afro-Amerikaner, oder Sino-Amerikaner oder irischer Amerikaner betitelt werden. Meine Familie lebt bereits seit Generationen in diesem Land. Es gibt keinen Grund auf dieser Welt, warum ich nicht als Amerikaner bezeichnet werden sollte. Auch seine Nationalität kam zur Sprache und Wentworth gab preis, dass er die doppelte Staatsbürgerschaft inne hat und sowohl einen britischen als auch amerikanischen Pass besitzt. Doch fragt man Went selbst, dann antwortet er "Immer und für ewig Amerikaner."

Zu den Fragen in Interviews und Pressekonferenzen gehörten auch die nach Wentworths Erlebnissen mit Rassismus: „Meine Erfahrungen mit Rassismus sind indirekter Natur, wie z.B. in der Situation dass ich mit einer Gruppe von Freunden herumstehe, die weißer Herkunft sind und jemand lässt einen Kommentar fallen, den sie nicht machen würden, wären sie auf einer Feier meiner Familie. Es hinterlässt Wunden. Jemand nennt dich “Nigger” und es ist als würde man ein Messer in den Bauch gerammt bekommen. In solch einer Situation zu stecken ist nur etwas verletztend, aber mein erleidet genug solcher kleinen Verletzungen und kann daran ebenso verbluten. Wenn es also passiert, steckt man in einer Zwickmühle: löse ich die Party auf, bring ich alles zum Stillstand? Idealerweise lautet die Antwort darauf Ja, jedes Mal wieder, aber ich hab wichtigere Dinge zu tun als Leute zu belehren - es ist eine 'von-Fall-zu-Fall"-Basis und man erleidet eine Vielzahl von Schrammen und Kratzern."

Über das Ablegen seiner Vergangenheit teilt Wentworth die Ansicht, dass "offen gesagt, ist mit etwas derartiges nie in den Sinn gekommen, weil ich bin glücklicherweise in eine Zeit hineingeboren wurde, in der es absolut okay ist, wenn man auf sich und seine Herkunft stolz ist. Aber natürlich birgt dieser multi-kulti Mix als Herkunft einige Herausforderungen. Nichts ist anspruchsvoller als das, dieses oder jenes zu ein, anders zu sein. Ich beispielsweise habe nie, wie ich es nenne, 'funktionale Ende’ der Rassen-Thematik erlebt – ich wurde nie gebeten, mein Essen zu bezahlen, bevor ich gegessen habe, ich wurde nie des Nächstens angehalten, weil ich zur falschen Nachtzeit in der falschen Wohngegend unterwegs war. In diesem Sinne kann ich mich sehr glücklich schätzen.“

Ein Vorfall mit einem Reporter in New York brachte dann aber die Realität von Rassismus ans Tageslicht und zeigte, welche Kraft Worte besitzen können. “Ich führte dieses Gespräch mit einem Reporter als wir in New York waren und er sagt zu mir ‘Also bist du ein Mischling’ woraufhin ich ihm antwortete 'Die Bezeichnung ‚Mischling’ empfinde ich als äußerst beleidigend.’ Er ruderte daraufhin zurück und meinte, er sei ebenfalls ein Mischling. ‘Ich bin deutscher und irischer Abstammung.’ Daraufhin sagte ich ihm ‘Das bedeutet Sie sind weißer Abstammung,’ ‚aber danke für den Versuch!“

Doch Wentworth hatte auch Begegnungen der angenehmen Art mit von Zuschauern, die einen ebenso oder fast so komplexen Hintergrund wie er selbst hatten und die ihm sagten, dass sie glücklich darüber waren, dass er stellvertretend für ihre Gruppe auf der großen Leinwand zu sehen ist."

Doch in den Interviews ging es nicht nur um seine Herkunft. Oft wurde er auch gefragt wen er, in Bezug auf die Schauspielerei, als seinen größten Konkurrenten sieht, woraufhin er Josh Hartnett zur Antwort gab. Für seine zukünftige Karriere wünschte er sich „ganz nüchtern betrachtet, wenn ich auf weitere Rollen wie die des Coleman Silk warten würde, dann für eine sehr, sehr lange Zeit. Ich möchte nach dem Streben was Denzel Washington geschafft hat – Drehbücher zu finden, die eigentlich für Schauspieler kaukasischer Herkunft geschrieben wurden – oder Jodie Foster, die sich an eigentlich für männliche Schauspieler ausgelegte Drehbücher wagt. Ich sage meinem Agenten, er kann mir jegliche Rollen schicken, ungeachtet des ethnischen Hintergrundes, Rollen die für Menschen kaukasischer Herkunft geschrieben wurde, sofern die Rasse kein Thema in dem Film ist. Ich denke, die ethnische Abstammung eines Schauspielers ist erst dann von Bedeutung, wenn es auch in dem Film von Bedeutung ist.

Was nach “Der Menschliche Makel” folgte war wieder einmal eine glückliche Fügung des Schicksals - wie auch seine erste große Rolle beim Fernsehsender, für den er bereits als Praktikant tätig gewesen war. Oder Cornel West nach all den Jahren wieder zu treffen und ihre Unstimmigkeiten aus der Welt schaffen zu können. Diesmal war es die zufällige Begegnung mit einem der Manager, für den er einmal gearbeitet hatte. “Jetzt kommen die Leute auf den Festivals und Vorstellungen auf mich zu 'Warst du nicht der Typ, der immer bei den Kopieren stand?' - jetzt da ich mich an einem Punkt befinde, wo die großen der Branche über meine Witze lachen und ich einfach so sagen kann 'Wissen Sie, noch vor sechs Jahren habe ich Ihnen den Kaffee gebracht.' Ich weiß, um was es geht, denn ich konnte einen Blick hinter die Kulissen werfen. Wentworth rät den Studiobossen, immer nett zu ihren “Untergebenen“ zu sein, denn man kann nie wissen, wann diese vielleicht mal einen Vertrag mit dem Studio unterzeichnen.

Dank Promo-Tour und guter Kritiken war die Stimmung um der "Der Menschliche Makel" wie elektrisiert, Kritiker lobten seine "bahnbrechende Darbietung“ und man war sich einige, dass Wentworth für einen Oscar als bester Nebendarsteller in einem Film nominiert werden würde. Wentworth ließ sich davon anstecken, auch für eine mögliche Oscar-Nominierung zeitlich passend veröffentlich wurde. Das ganze Produktions-Team wartete mit angehaltenem Atem.

Umsonst.

Keine einzige Nominierung. Was bereits die Kritiker bemängelt hatten - das Anthony Hopkins in der Rolle eine Fehlbesetzung war und auch die hübsche Nicole Kidman in ihrer Rolle als die taffe Hausmeisterin nur schwer zu verdauen war - die Acadamy schien der gleichen Ansicht zu sein. Wieder einmal, genau wie mit Dinotopia, blieb Wentworth das versagt, was hätte sein großer Durchbruch werden sollen.

Wieder einmal war Wentworth arbeitslos und ernährte sich von 2003 bis 2004 nur von Tütensuppen. Während dieser Zeit dachte er über das Geschehene nach und arbeitet bei einem Musical als Ersatz. Das Musical war eine Parodie eines Wettbewerbs in dem Kinder gegeneinander antreten, um herauszufinden wer am besten mit Worten umgehen kann. In der Parodie-Version traten Erwachsenen gegeneinander an, jedoch ging es nicht nur um den Gewinn des Titels sondern auch um den Kampf mit elterlichen Druck immer „der oder die Beste zu sein". Seine Abschluss in Englisch und seine Begeisterung für das Brettspiel Scrabble kamen ihm hier sehr zu Gute (http://www.playbill.com/news/article/83889.html)

Eine Veränderung des Charakters

Während Wentworth 2003 und 2004 versuchte seine Arbeit zu sichern, lernte er wichtige Dinge, die ihn dazu brachten seine persönliche Einstellung gegenüber der Arbeit zu ändern.

"Mir wurde gesagt, dass der Film 'Der menschliche Makel' mich als Schauspieler um einiges nach vorne bringen würde und so geschah es auch. Dieser Film öffnete mir einige Türen im Filmgeschäft, zeigte mir aber auch, dass es einige andere Schauspieler gab, die sich als starke Konkurrenten zeigten, da sie zum Beispiel schon die Cover von Magazinen zierten. In Hollywood ist alles ein Spiel um deinen Namen und der Trend geht dahin, dass man Filme mit Berühmtheiten überfüllt - von der Hauptrolle bis hin zum Pizzalieferanten. Es kann eine extrem frustrierende Erfahrung sein, aber am Ende muss man daran denken, dass man es doch nur für sich selbst macht."

Und das tat er auch. Er machte einige Fotoshootings mit bekannten Fotografen und kam dadurch auf das Cover vom "Interview Magazin" und auf einige Seiten von Modezeitschriften, wie z.B. L'uomo Vogue und Abercombie&Fitch.

Er änderte außerdem seine Einstellung gegenüber Vorsprechen: "Erst vor Kurzem habe ich gemerkt, worum es bei den Vorsprechen geht und was eine Falle bei dem Ganzen sein kann. Eine Falle ist zum Beispiel, wenn du mit dem Gedanken in diesen Raum kommst, dass du ein Gast in dem Haus von jemandem seist und du sehr vorsichtig mit allem umgehst, als würdest du verhindern wollen, Wein auf dem Teppich zu verschütten. Was du wirklich machen musst ist, so zu tun, als wärst du der Gastgeber des Ganzen!"

"Ich hab den Unterschied zwischen den meisten Schauspielern und Anthony Hopkins endlich begriffen. Die meisten Schauspieler würden keine Entscheidungen den Charakter betreffend machen. Es gibt nichts besseres, als das Drehbuch zu lesen und sich vorzustellen, wie dieser Charakter wohl sein wird. Wie lustig es wäre, ihn zu spielen, was man anziehen würde, wie man läuft, wie man isst und redet und all diese Sachen. Die meisten Schauspieler treffen diese Entscheidungen - oder so viele wie möglich - aber sie machen alles mit einem Fragezeichen dahinter: 'Ist das so richtig?' - 'Magst du mich so?' - 'Geht das so?' Und das ist das, was sie am Ende besiegt. Anthony Hopkins hingegen ist anders. Sobald er eine Entscheidung den Charakter betreffend getroffen hat, trifft er diese mit einem Punkt oder Ausrufezeichen dahinter! Diese Eigenschaft kam mir wirklich bei vielen meiner Vorsprechen zu Hilfe."

Miller analysierte außerdem das 'System' in Hollywood und kam zu der Annahme, dass "es sehr einfach ist, in das Geschäft zu kommen als ein junger Tom Cruise oder ein junger Tom Hanks. Menschen wissen, was sie mit dir machen müssen, weil sie dich angucken und sagen 'Ahhh, ein junger Tom Hanks, das hat schon mal funktioniert, das wird wieder klappen und dieses Mal um einiges besser...'"

Als er realisierte, dass er anders ist als die anderen, wurde ihm klar welchen Platz er in dem Ganzen einnahm. "Es ist harte Arbeit von dem eingetretenem Weg wegzukommen, weil das heißt, dass du du selbst sein musst und etwas kreieren musst, was vorher noch nicht da war."

Diese veränderte Einstellung gegenüber seiner Arbeit half ihm sehr, sich wieder in den Job reinzuknien, was sich darin zeigte, dass er im Jahre 2004 in dem Kurzfilm 'Von Ewigkeit zu Ewigkeit', der in einem Gefängnis spielte und vom britischen Produzent Ash produziert wurde, mitspielte. Und wie nicht anders zu erwarten, spielte die Ironie des Schicksals mit und er wurde zum Vorsprechen von Prison Break eingeladen. "Als ich zu meinen Probedreharbeiten für Prison Break im Studio ankam, waren nur ungefähr ein Drittel der Menschen im Raum von mir begeistert", sagt Miller. "Das ist, als ob man dort 30 Geschäftsführer des Senders hätte, von denen sich einige an einen erinnern, weil man mal was für sie kopiert hat."

Es kommt einem jetzt so vor, als hätte der Kopierer ihm einen Namen bei den Fernsehvertretern gegeben und er darauf nur auf Ruhm bestehen müsste, wenn er sie bei Vorsprechen trifft.

Wentworth sagt, dass der Prozess des Vorsprechens und die Zusicherung der Rolle sehr schnell ging. Er bekam das Drehbuch an einem Freitag, ging zum Vorsprechen am Montag und bekam die Rolle am Dienstag. Er hatte keine Zeit sich irgendwelche Sorgen zu machen, da er direkt anfangen musste zu arbeiten. Die Gruppe, in der Miller vorsprach, war einer der letzten, weshalb das Ende der Vorarbeiten in Sicht war.

Für den Charakter Michael Scofield in Prison Break musste er sich etwas verwandeln, weil dieser schlau, rücksichtslos und besessen ist. „Natürlich wird es da Momente geben, wo er Bedenken hat, Momente, wo er denkt 'Wieso tu ich mir das eigentlich an?'. Er ist dort in einer Situation, in der sein Gehirn und sein Abschluss keine Garantie dafür sind, dass er nicht mit einem Messer in den Rippen endet. Aber er ist ein guter Mensch, mit einem ehrenwerten Hintergedanken und das erfordert eben auch, dass er sich die Hände dreckig macht.

Die Serie ist nicht nur ein Action-Thriller, es ist eine wahre Geschichte über Familie: Wie weit würdest du für einen geliebten Menschen gehen? In Michael's Fall steht er mit dem Rücken an der Wand. Es ist eine wundervolle Serie, in der wir viel über eine Familie erfahren und was es bedeutet, sich für etwas einzusetzen, in der es wichtig ist, seinen Mann zu stehen.“

Die Themen der Familie, Gesellschaft und im Gefängnis stecken erscheinen wieder in der Wahl seiner Arbeit, aber dieses Mal ist die Gefangenschaft wortwörtlich gemeint, wobei es in „Der Menschliche Makel“ ein psychologisches und soziales Problem war. In Prison Break spielt er einen Weißen, der zwischen den zwei Gruppen steht - den weißen und den schwarzen Gefangenen, zwischen denen ein Rassenkrieg ausbricht und Michael darum gebeten wird, sich für eine Seite zu entscheiden. Er entscheidet sich dafür, sich keiner Seite anzuschließen und das Resultat daraus ist, dass er von beiden Seiten gehasst wird. Kommt einem das nicht bekannt vor?

Wenn man mal seine Einstellung zur Rollenverteilung und seine Einstellung dazu, ob Rasse eine Rolle spielt, betrachtet, ist Prison Break eine echt Herausforderung für Wentworth. In dieser Serie spielt er einen Weißen, der sich in dem 'Rassenkrieg' wiederfindet und sich auf eine Seite schlagen musste. Aber egal was geschieht, Wentworth’s Charakter bleibt allem neutral gegenüber eingestellt und ist dadurch nicht in den 'Krieg' oder irgendwelche Gewalttaten verwickelt.

Ende November wurde die Pilotfolge von Prison Break gedreht, die auch den Vorsitzenden des Senders gezeigt wurde. Das Schicksal der Serie hing also nun davon ab, wie die erste Folge angenommen wurde. Nachdem die Pilotfolge beendet wurde, wurde Direktor Brett Ratner von Mariah Carey engagiert, um ihre Musikvideos 'It's like that' und 'We belong together' zu drehen; und er entschied Wentworth als Liebhaber zu casten, um ihm eine weitere Nennung zu seinem Namen zukommen zu lassen. Es klappte und wiedereinmal stand sein Name für einige Zeit im Rampenlicht.

Viele Leute im Internet haben sich gefragt, wer dieser gutaussehende Kerl war. Die meisten fingen an, Information über ihn zu suchen, waren aber nicht sicher, wer er wirklich war. Deshalb wurde er oftmals mit Hayden Christiansen und Channing Tatum verwechselt. Wiedereinmal wurde das Thema der Rassen besprochen, wobei Internetnutzer den Zusammenhang zwischen Mariah Carey und Wentworth Miller's gemischtem kulturellem Hintergrund erkannten und sich fragten, ob dies der Grund gewesen war, weshalb er in ihren Videos mitspielte.

Das Glück schlug ein weiteres Mal zu, als Wentworth dazu auserwählt wurde, in den letzten beiden Folgen von „Die himmlische Joan“ ([Serie] Himmlische Joan) den teuflischen 'Ryan Hunter' zu spielen, der ebenfalls, wie Hauptcharakter Joan, zu Gott spricht. So wie es das Schicksal wollte, kam Wentworth wieder mal am Ende einer Serie dazu, als das Überleben der Serie in der Schwebe hing. Dasselbe war ihm auch bei der Serie „Popular“ passiert, bei der er am Ende der letzten Staffel auftauchte, bevor die Serie abgesetzt wurde.

Dadurch, dass er von vielen Menschen in den Musikvideos und in 'Die himmlische Joan' gesehen wurde, wurde sein Name begehrter als vorher. Als dann auch noch der Sender grünes Licht für Prison Break gab, begannen viele Menschen Informationen über ihn zu suchen und hielten Ausschau nach neuen Projekten von ihm. Während sich die Produktionsfirma beeilen musste, die besten Drehplätze zu sichern und in die Vorproduktion zu gehen, arbeitete Wentworth an dem Film „Stealth – Unter dem Radar“ ([Film/Synchro] Stealth) , für den er die Synchro sprach. In dem Film spricht er EDI - Extreme Deep Invader - eine künstliche Intelligenz, die auf einem Flugzeugträger stationiert ist, um dort Kampfmanöver zu erlernen. In der Vorbereitungszeit für die Rolle wurde Wentworth von „2001: Space Odyssey“ inspiriert. "Ich wollte meinen Hut ziehen, vor der wahrscheinlich besten Synchronisierungsarbeit, die ich je gesehen habe. Vor allem, wenn man darüber nachdenkt, dass es sich um Computer handelt, die verrückt spielen." Außerdem spielte er in der Pilotfolge von Ghost Whisperer ([Serie] Ghostwhisperer) mit, wo er die Rolle von Sergent Paul Adams, einem Geist, spielt, der mit der Hilfe eines Mediums versucht, Kontakt zu seiner Familie aufzunehmen.

Aufgrund der ganzen Belastungen, die er in L.A hatte, mietete er ein Haus im Millenium Park in Chicago, in der Nähe des Drehortes der Serie Prison Break, für die er immer noch Episoden drehte.

Die Bewerbung für Prison Break ließ lange auf sich warten, aber als sie endlich los ging, kam einiges ins Rollen: viele Werbetafeln, Werbekurzfilme in Kinos, Fernsehwerbung, Online-Werbungen und in Radiosendungen. Wiedereinmal stand Wentworth im Rampenlicht, doch dieses Mal war er der Star der Serie! Bei Pressekonferenzen wurde er über seinen Hintergrund, seinen Charakter in der Show befragt, aber auch über seine Rolle in „Die himmlische Joan“, wozu er sagt, dass es sehr komisch sei, von diesem bösen Charakter zu einem Geist zu wechseln, den er auf dem selben Sender spielen durfte, in der selben Zeitzone. Bevor die Vorsprechen für seine Rolle in 'Die himmlische Joan' anfingen, hatte er den Produzenten gesagt, dass, wenn Prison Break nun endlich in Auftrag gegeben würde, er die Rolle nicht weiterhin spielen könne. Die Produzenten kümmerte dies nicht weiter. Er ist der Meinung, es sei bedauernswert gewesen, dass Joan gecancelt wurde und wenn er danach gefragt wird, dann antwortet er, dass es nicht seine Schuld sei, dass „Die himmlische Joan“ abgesetzt wurde.

Mit der Ausstrahlung von Prison Break gab es auch eine Änderung in der Art und Weise, wie er früher und heute interviewt wurde. Es werden mehr persönliche Fragen gestellt, sowie ob er verheiratet ist oder Single. Er sagt er sei Single (August 2005) und: "meine Regel ist, dass ich jemanden will, der mit beiden Beinen im Leben steht. Eine ideale Freundin für mich wäre jemand, der im gleichen Geschäft arbeitet und versteht, was ich alles durchstehen muss, aber kein Schauspieler ist. Jemand, der dazu bereit ist, mit mir meinen Text durchzusehen. Wenn man aber anfängt verrückt zu spielen, hebt diese Person abwehrend die und sie akzeptiert einen für das was man ist."

Außerdem wurde er viel über seine Persönlichkeit befragt, seine Antwort war: „Ich bin ziemlich langweilig, was das angeht. Ich gehe in die Bücherei, lese sehr viel und esse bei Subway. Wenn ich neue Shorts brauche gehe ich zu Gap. Ich bin wortwörtlich fünf Tage die Woche hinter Gittern." Wenn er die Zeit dazu hätte, würde er: „wie es das Klischee so will Kurzgeschichten schreiben und ein Drehbuch“. Oder mit Freunden abends essen gehen. Wenn man ihn fragt, ob er es in Betracht ziehen würde in der Zukunft eine Komödie zu drehen, sagt er selber, dass er nicht witzig sei und wenn jemand denke er sei es, dann sei es unabsichtlich.

Als die ersten zwei Folgen von Prison Break endlich auf Fox am 29.August 2005 gezeigt wurden, stieg seine Beliebtheit unglaublich. Kritiker gaben wiedermal - in großer Anzahl - positive und lobende Kritiken über Wentworth ab. Er sei gut gecastet worden und diese Rolle würde sein lang verdienter Durchbruch werden! Die Zuschauerzahlen waren hoch - die höchsten, die Fox seit 1998 hatte. Zum selben Zeitpunkt wurde der Film „Stealth“, für den er die Synchronarbeiten gemacht hatte, auseinander genommen. Einige Kritiker bemägelten seine Arbeit, nur einzelne Kritiker verglichen damals seine Arbeit mit der Rolle HAL in „2001: Space Odessey“ - was im weitesten Sinne ein befremdliches Kompliment ist, weil er ja genau danach gestrebt hatte.

Aber zurück zu Prison Break - ganze Horden von Fans scharrten sich um ihn auf und gaben bekannt, dass sie ihn liebten. Sie wollten herausfinden, wo er lebt, ob er eine Freundin hat. Wo er arbeitet. Sie wollten ihn überall hin verfolgen. Sie waren der Meinung er sei süß, schüchtern, höflich und heiß. Andere, die zu weit von ihm weg wohnten, oder nicht den Mut hatten ihn zu verfolgen und nach ihm zu suchen, fantasieren aus der Ferne über ihn, wollen ihn heiraten und Kinder von ihm haben. Zickenkriege starteten schon bald darauf im offiziellen Fox Forum (alles im Guten natürlich), zwischen Frauen, die ihn für sich haben wollten und Sachen fallen ließen wie "Vergiss es Miststück, er gehört mir!". In Schwulen-Foren diskutieren Schwule darüber, ob sie wohl eine Chance bei ihm hätten. Ist er schwul?

Alles in allem schienen die Dinge gut zu stehen, aber war dies wirklich der Durchbruch, auf den er solange gehofft hatte? Das muss sich noch zeigen, doch in der Zwischenzeit bleibt Wentworth objektiv gegenüber dem Medienrummel, der die Serie umgibt. Er sei diesen Weg schon einmal gegangen und nimmt den Rummel nicht mehr ganz so ernst, sagte er. Er sich sich im Klaren darüber, dass man sein Herz und seine Seele in ein Projekt reinstecken kann und am Ende ist es doch nicht die eigene Entscheidung, wann die Serie gezeigt wird, oder was noch auf dem Markt ist. Aus diesem Grund hat er für sich entschieden, sich zwar an ein Projekt zu binden, jedoch nicht zu sehr mit seinen Gefühlen daran gebunden zu sein.

Es ist schwer, die Anzahl der Fragen und der Kritiken, die im Laufe einer Serie aufkommen, zu ignorieren - genauso schwer, wie den Gedanken an das hoffentlich lange Überleben zu ignorieren. Wentworth bemerkte dies ebenfalls bei Pressekonferenzen und sein Kommentar dazu war, dass Menschen sich den Titel anschauen und automatisch denken, dass es sich um zwei Männer handelt, die über die Mauer springen. Wie viele Episoden muss man dafür wohl drehen? Getrieben durch seine Mentalität erwähnte er ebenfalls, dass die ausführenden Produzenten so intelligent waren und die ganze Geschichte um Prison Break noch in die Zweite Staffel ziehen würden.

Ein anderes Problem, was viele Zuschauer und Kritiker der Serie hatten, war die Glaubwürdigkeit. Genauso wie bei "Der menschliche Makel" wurde die Glaubwürdigkeit der Charaktere und der Geschichte in Frage gestellt. Die größte Frage war: würde Prison Break diesen Sprung von Treue / Glaubwürdigkeit überleben können? Würden sie in der Lage sein, das Publikum zu fesseln und es dazu zu bringen, den Weg der Charaktere weiter zu verfolgen? Wentworth an sich ist schon Garantie genug, dass eine große Anzahl von Frauen und Männern einschalten würden, um den 'Schönen' zu sehen, egal was die Geschichte hinter dem Ganzen ist - aber wird das auch das Überleben der Serie sichern?

Das muss man noch sehen. Bis jetzt ist die Serie auf ihrem Höhepunkt. Viele Menschen haben schon gesagt, wie einzigartig und toll sie die Sendung finden. Momentan steht die Chancen 70% zu 30%, dass die Serie die ersten 13 Folgen überleben wird.

Als Bewunderer von Wentworths Talenten, hatte ich gehofft, dass dieses Thema ihm nicht die Beachtung raubt, die er verdient und er in den nächsten Jahren endlich für den Emmy nominiert wird.

Gleichgültig, ob Wentworth nun endlich den Durchbruch schafft, oder einen Award gewinnt, er ist glücklich mit der Schauspielerei an sich. Ja, natürlich würde er sich über einen Award freuen, er sagt: „zeig mir einen Schauspieler, der nicht die Oscar-Fantasie hat und ich zeige dir einen Lügner!“ Obwohl er keine Awards gewinnt, ist die Schauspielerei ein großer Teil seines Lebens, um des Spielens Willen. „Du musst lieben, was du machst und du musst es brauchen, sowie die Luft zum atmen. Und es gibt nichts, was mir dieselbe Befriedigung gibt, als die Schauspielerei, was auch der Grund ist, warum ich einfach nicht damit aufhören kann. Der Weg war bis jetzt so wie er ist, und es hat mich viel Zeit gekostet bis hierher zu kommen. Aber ich bereue keine Sekunde!"



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